Intralinguale Übersetzung in Leichte Sprache
摘要
Sowohl staatliche als auch öffentliche Einrichtungen werden zunehmend mit der Notwendigkeit konfrontiert, bestehende Texte mit fachspezifischen Inhalten in Leichte und Einfache Sprache übersetzen und zur Verfügung stellen zu müssen. Leichte und Einfache Sprache können als kontrollierte Sprachvarianten betrachtet werden, die darauf abzielen, die Lesbarkeit und Verständlichkeit von Texten zu erhöhen, wobei sich Einfache Sprache dabei in einem Kontinuum zwischen Leichter Sprache und Standardsprache verortet. Eine kontrollierte Sprache ist eine Teilmenge einer natürlichen Sprache wie Deutsch oder Englisch, die durch bestimmte Regeln definiert und eingeschränkt ist (Lehrndorfer 1996). Die momentan bestehenden Regelwerke und Empfehlungen für Leichte und Einfache Sprache basieren entweder auf praktischen Erfahrungen (Inclusion Europe 2009, Netzwerk Leichte Sprache 2013) oder auf sprachtheoretischen Grundlagen (vgl. Bredel/Maaß 2016a, b für Leichte Sprache und Baumert 2016, Hansen-Schirra/Gutermuth 2018 und Gutermuth 2020 für Einfache Sprache). Sie empfehlen unter anderem Einschränkungen im Lexikon sowie Komplexitätsreduktion auf der morphologischen, phrasalen, syntaktischen und textuellen Ebene sowie die Integration von Bildern. Wir verwenden den Begriff Leichte Sprache als Überbegriff für alle Varianten dieser Sprachvarietät, unabhängig davon, ob es sich um den geschriebenen Kanal mit leicht lesbarer, den multimodalen Kanal mit leicht lesbarer und verständlicher oder sogar mündlicher Kommunikation handelt, die im Bereich des Dolmetschens in Leichte Sprache eine immer wichtigere Rolle spielt. Während die Zielgruppe von Einfacher Sprache Menschen mit geringen (fach)sprachlichen Kenntnissen oder wenig Leseerfahrung umfasst (Przybyla-Wilkin 2016: 135), wurde Leichte Sprache ursprünglich für Menschen mit kognitiven Einschränkungen und Lernschwierigkeiten entwickelt. Zur Zielgruppe von Leichter Sprache gehören heute aber auch Menschen mit Demenz, prälingualer Hörschädigung und Aphasie sowie funktionelle Analphabet(inn)en und Menschen mit Deutsch als Zweitsprache (Bredel/Maaß 2016a: 140–172).