Die Leichte-Sprache-Forschung in Deutschland hat in den letzten Jahren an Zugkraft gewonnen. Begünstigt wird die Forschung durch neue Gesetzen, die teilweise der Umsetzung internationaler Vorschriften und Richtlinien dienen, so z. B. die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) oder die EU-Richtlinie 2016/2102, die beide derzeit implementiert werden. Mit Leichter Sprache wird das Ziel verfolgt, Menschen mit Kommunikationseinschränkungen in die Informationsgesellschaft einzubeziehen und ihnen vollständigen Zugang zu Inhalten aller Gesellschafts- und Lebensbereiche zu ermöglichen. Zunächst wurde das Thema stark durch die Empowerment-Bewegung, durch Einrichtungen der Behindertenhilfe und einzelne Aktivist(inn)en vorangetrieben. Hieraus entstanden auch die ersten praxisorientierten Regelwerke. Doch vermehrt zeigte sich, dass Verständlichkeit nicht so leicht erreicht werden kann wie zunächst angenommen: Die intuitiv entwickelten Regeln auf Wort-, Satz- und Textebene widersprachen sich gegenseitig oder schlossen einander aus und die Texte, die auf ihrer Basis entstanden, waren weder verständlich noch akzeptabel. Noch immer fehlt es an Forschung, die beleuchtet, wie das Verstehen und Behalten von Inhalten bei den primären Zielgruppen sowie, auf der Textseite, die Handlungsorientierung durch adressatengerechte und zielsituationsangemessene Kommunikate verbessert werden kann.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Einleitung

  • Silvia Hansen-Schirra,
  • Chris Maaß

摘要

Die Leichte-Sprache-Forschung in Deutschland hat in den letzten Jahren an Zugkraft gewonnen. Begünstigt wird die Forschung durch neue Gesetzen, die teilweise der Umsetzung internationaler Vorschriften und Richtlinien dienen, so z. B. die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) oder die EU-Richtlinie 2016/2102, die beide derzeit implementiert werden. Mit Leichter Sprache wird das Ziel verfolgt, Menschen mit Kommunikationseinschränkungen in die Informationsgesellschaft einzubeziehen und ihnen vollständigen Zugang zu Inhalten aller Gesellschafts- und Lebensbereiche zu ermöglichen. Zunächst wurde das Thema stark durch die Empowerment-Bewegung, durch Einrichtungen der Behindertenhilfe und einzelne Aktivist(inn)en vorangetrieben. Hieraus entstanden auch die ersten praxisorientierten Regelwerke. Doch vermehrt zeigte sich, dass Verständlichkeit nicht so leicht erreicht werden kann wie zunächst angenommen: Die intuitiv entwickelten Regeln auf Wort-, Satz- und Textebene widersprachen sich gegenseitig oder schlossen einander aus und die Texte, die auf ihrer Basis entstanden, waren weder verständlich noch akzeptabel. Noch immer fehlt es an Forschung, die beleuchtet, wie das Verstehen und Behalten von Inhalten bei den primären Zielgruppen sowie, auf der Textseite, die Handlungsorientierung durch adressatengerechte und zielsituationsangemessene Kommunikate verbessert werden kann.