Die Filmgeschichte (mittels) des Kurzfilms kennenlernen
摘要
Der Beitrag nimmt seinen Ausgangspunkt bei der in der Kapitelüberschrift zitierten Feststellung Klants (2012, 8), die besagt, dass jeder systematische Versuch der Vermittlung filmgeschichtlicher Bildung an Schüler:innen auf der Phänomenseite bei Kurzfilmen ansetzen muss, weil alle Filme der Vorund Frühgeschichte des Films (1896–1900) und der Findungsphase des Films (1901–1914) mit Blick auf ihre Länge in das Kurzfilmspektrum fallen. Dass der Begriff Kurzfilm erst mit der Etablierung des Langfilms ab 1913 üblich wird, ändert nichts an der Stichhaltigkeit der Feststellung. Im Folgenden argumentiere ich dafür, dass die unterrichtliche Behandlung des Kurzfilms als fachlicher Gegenstand in Verbindung mit filmhistorischem Lernen spezifische Synergieeffekte auf mehreren Ebenen entfaltet. Darstellen werde ich dies exemplarisch am bekanntesten Film des „Wegbereiter[s] der Filmkunst“ (Pecher 2017, 13): Georges Méliès’ Die Reise zum Mond (1902) mit einer Länge von 15 Minuten. Der Beitrag setzt ein mit personengeschichtlichen, produktionstheoretischen und rezeptionsästhetischen Zugängen zum frühen Film (Kapitel 2 und 3). Sodann wird die ästhetische Kurzfilmsprache Méliès’ zwischen den filmsemiotischen Basiskategorien von Zeigen und Erzählen eingeordnet (Kapitel 4). Im Anschluss bereiten eine Sachanalyse und Interpretation des Films die konkreten fachdidaktischen Perspektivierungen vor (Kapitel 5).