Franz Bleis Hippolyt-Essay als dialektisches Medium von Gemeinschaft
摘要
Die Urteile, die so entschieden wie verständnislos das Bild des der Literaturgeschichte aufbewahrten Literaten Franz Blei zu bestimmen suchen, fasst Robert Musil kompetent zusammen: „Er wird bald für einen Erotiker, bald für einen Ästheten, bald für einen Rationalisten, bald für einen kasuistischen Katholiken erklärt“,1 und zählt dabei zugleich die erratischen Bausteine der Blei’schen Gestalt auf. Und von Blei enttäuscht und verletzt,2 wiederholt Robert Walser nicht nur die sattsam bekannten paradoxen Verdikte, „evangelischer Katholik“, „gepuderter Zerzauster“, sondern spitzt die Antithesen in einem Wortungetüm zu: „lebensbejahendes Verneinungsscheusal“.3 Diese nachhallenden, bis heute festsitzenden Verdikte fragmentieren die Person Bleis, ohne einen gemeinsamen Sinn je erkennen zu lassen.