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Kreativitätsethik

  • Tomas Kačerauskas

摘要

Die Kreativitätsethik versucht, zwei Kulturregionen zu umfassen – Schöpfung und Ethik. Dies sind sich überlappende Regionen: Sowohl Schöpfung als auch Ethik berufen sich auf aktive menschliche Tätigkeit. Aus dieser Sicht erfordert Schöpfung mehr Aktivität als Ethik, bei der es mehr um Haltung geht. Wir können dennoch über die passiven Aspekte der Schöpfung sprechen: Einerseits muss der Hintergrund der Kreativität passiv genug sein, damit darin aktive Schöpfung herausragt; andererseits ist die Schöpfung untrennbar mit Leidenschaften verbunden, d. h. Leiden, das gerade durch die Diskrepanz zwischen kreativer Tätigkeit und der Passivität der Umwelt provoziert wird. Darüber hinaus können wir über die aktiven Aspekte der Ethik sprechen. Nur wenn es ausreichend mobil ist, hat das Individuum mit ethischen Fragen zu tun. Überhaupt besteht eine Versuchung, Kreativitäts- und Ethikdiskurse als inkommensurabel anzusehen, sowohl wegen der Mystifizierung115 von Schöpfung als rein positiver Tätigkeit als auch wegen der Spezialisierung der Ethik. Letzteres setzt den Gedanken voraus, dass viele professionelle Ethiken116 der Metaethik das Wasser abgegraben haben, sodass es angeblich unprofessionell sei, beispielsweise von der Ethik des Lebens zu sprechen, die in Bezug auf ihre Abstraktheit der Kreativitätsethik entspricht.