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„Wir brauchen hier keine exzessiven Gewaltszenen“

  • Andreas Hudelist

摘要

Freud war der Überzeugung, dass der Mensch von Trieben gesteuert werde, die dem Selbsterhalt aber auch der Selbstzerstörung dienen können. In diesem Kontext beschreibt er Aggressionen als eine menschliche Grundkonstante. Aggressionen als Ursprung von Gewalt lassen sich nicht vermeiden und treten insbesondere dann zum Vorschein, wenn das Ich um seine Erhaltung und Behauptung ringt (vgl. Freud 1952: 230). Die Ausübung von Gewalt ist seinen Überlegungen folgend eine unkontrollierte Handlung, die anthropologisch vorbestimmt ist. Das bedeutet nicht, dass wir alle gewalttätig sein müssen, jedoch der Impuls zur Gewalt, oder mit Freuds Worten der (Aggressions-)Trieb, ist durch und durch menschlich. Es geht also vor allem darum, ob wir bzw. wie wir mit diesem Trieb umgehen können. Gewaltvolle Handlungen müssen nicht die logische Schlussfolgerung des Triebs sein. In den Sozialwissenschaften (vgl. Imbusch 2004: 125–150) geht man davon aus, dass wenn das Motiv einer gewaltvollen Handlung bekannt ist, wir trotzdem nicht verstehen können, was Gewalt im Kern ausmacht (vgl. Christ 2017: 13; Knöbl 2017a: 5). Während im 20. Jahrhundert bis in die 1990er Jahre der Frage nach dem Grund der Gewalt nachgegangen wurde, entstand mit Beginn des 21.