Ins Schloss ohne Zurück
摘要
Kompositionsgeschichtlich betrachtet, gehört das Vollenden von fragmentarisch überlieferten Werken zum gewagt-guten Ton – ausgehend von Franz Xaver Süßmayrs Zuende-Komponieren von Mozarts Requiem, über Deryck Cookes Vervollständigen der Zehnten Symphonie Gustav Mahlers bis zu Barry Coopers Erarbeiten einer „hypothetischen“ Komposition einer (vermeintlichen) „Zehnten“ Beethovens in Es-Dur.1 An Franz Schuberts Unvollendeter dagegen rührte bislang niemand; auch die „Reliquien“-Sonate blieb auf unvollendete Weise in den Ohren der meisten vollendet. In der Literatur und bildenden Kunst geht es verhaltener zu. Nun ist ohnehin nicht jedes Weiterführen ein Vollenden. Ohnedies verdankt sich das ‚Vollenden‘ einer auktorialen Entscheidung oder ergibt sich zwingend aus dem Ausschöpfen des vorliegenden Materials.