Sprachzweifel und Sprachkritik als Topos der österreichischen Anti-Heimatliteratur der 1970er Jahre
摘要
Die Anti-Heimatliteratur der 1960er und 70er Jahre ist ein spezifisches Phänomen der österreichischen Literatur, das sich in die politischen und sozialgeschichtlichen Kontexte seiner Entstehungszeit einordnen lässt. In der Forschung wird daher erstens stets die topographische und soziale Dimension der Anti-Heimatliteratur betont: In ihr zeige sich „Heimat als das Hergestellte, als Maske eines sozialen Ortes, aus dem es wegzugehen gilt“1. Sie entlarve eine Fassade der ländlichen Idylle und präsentiere stattdessen „eine Anti-Gemeinschaft als soziales Gefängnis, in dem die Unterdrückten hoffnungslos in der von Geburt an festgesetzten Rolle gefangen sind“2. In diesem Zusammenhang werden in den Texten patriarchale Strukturen, soziale Hierarchien und Geschlechterrollen thematisiert und kritisiert.