In jüngsten Untersuchungen wurde vorgeschlagen, die feste Verbverbindung [NPbel] [seinfin]1 [Handlungsverbinf.] (wie in: Hans ist essen) für die deutsche Sprache als die progressive Aspektform Absentiv zu klassifizieren. Die Funktion, eine Handlung im Verlauf bei gleichzeitiger Abwesenheit der in der Subjektrolle kodierten Person auszudrücken, wurde dabei als eine universelle grammatikalische Kategorie postuliert. Im Italienischen erscheint diese Kategorie in der Form [NPan] [esserefin] [a] [verbo d’azioneinf] wie in Gianni è a mangiare (de Groot 2000, 693). Ziel des Beitrages ist es, diese komplexen Verbalkonstruktionen in Korpora gesprochener Sprache des Deutschen (FOLK) und des Italienischen (VoLIP) konkret zu erfassen, in ihrer Struktur zu analysieren und ihre pragmatischen Funktionen in konkreten Interaktionen auf der theoretischen Grundlage der (interaktionalen) Konstruktionsgrammatik zu beschreiben. Dabei muss zugleich auch der Zusammenhang zu anderen festen grammatikalischen und lexikalischen Verbverbindungen hergestellt werden, so zum Progressiv der deutschen ([NPbel] [seinfin] [am] [Vinf]) und der italienischen Sprache ([NP] [starefin] [Vger]). Abschließend werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Konstruktion im Deutschen und Italienischen kontrastiv herausgearbeitet, wobei aufgrund der anhand der Korpusbelege festgestellten pragmatischen Funktionen die enge Verbindung zwischen lokativen, temporalen und aspektuellen Bedeutungen dieser Konstruktion besonders betrachtet wird.

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Absentivkonstruktionen in italienischen und deutschen Interaktionen. Ein korpusbasierter Sprachvergleich

  • Peggy Katelhön

摘要

In jüngsten Untersuchungen wurde vorgeschlagen, die feste Verbverbindung [NPbel] [seinfin]1 [Handlungsverbinf.] (wie in: Hans ist essen) für die deutsche Sprache als die progressive Aspektform Absentiv zu klassifizieren. Die Funktion, eine Handlung im Verlauf bei gleichzeitiger Abwesenheit der in der Subjektrolle kodierten Person auszudrücken, wurde dabei als eine universelle grammatikalische Kategorie postuliert. Im Italienischen erscheint diese Kategorie in der Form [NPan] [esserefin] [a] [verbo d’azioneinf] wie in Gianni è a mangiare (de Groot 2000, 693). Ziel des Beitrages ist es, diese komplexen Verbalkonstruktionen in Korpora gesprochener Sprache des Deutschen (FOLK) und des Italienischen (VoLIP) konkret zu erfassen, in ihrer Struktur zu analysieren und ihre pragmatischen Funktionen in konkreten Interaktionen auf der theoretischen Grundlage der (interaktionalen) Konstruktionsgrammatik zu beschreiben. Dabei muss zugleich auch der Zusammenhang zu anderen festen grammatikalischen und lexikalischen Verbverbindungen hergestellt werden, so zum Progressiv der deutschen ([NPbel] [seinfin] [am] [Vinf]) und der italienischen Sprache ([NP] [starefin] [Vger]). Abschließend werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Konstruktion im Deutschen und Italienischen kontrastiv herausgearbeitet, wobei aufgrund der anhand der Korpusbelege festgestellten pragmatischen Funktionen die enge Verbindung zwischen lokativen, temporalen und aspektuellen Bedeutungen dieser Konstruktion besonders betrachtet wird.