Definite und indefinite Nominaldetermination im Deutschen und in romanischen Sprachen
摘要
Die Funktionen der Determinierer im Deutschen, Spanischen und Französischen wurden von Eva Lavric (2001) bereits auf der Basis der Referenzsemantik mittels Kommutationsprobe und Übersetzungsvergleich ausführlich beschrieben. Dass die Determinationssysteme in den einzelnen Sprachen unterschiedlich sind, ist auch seit den Studien von Selig (1992) und Vincent (1997) zu definiten sowie Stark (2005, 2006), Abraham (1997), Leiss (2000) und Stark / Leiss / Abraham (2007) zu indefiniten Determinierern bekannt. Standen für diese Arbeiten noch keine großen Korpora zur Verfügung, so können ihre Ergebnisse heute durch Korpusuntersuchungen bestätigt werden. In diesem Beitrag soll es um die Ausprägung der Unterschiede der Determinierer in Übersetzungen gehen. Zu diesem Zweck wird mit Sketch Engine das Vorkommen definiter und indefiniter Determinierer in deutschen, englischen, französischen, italienischen, portugiesischen, russischen und spanischen Texten aus dem Parallelkorpus OPUS2 untersucht. Methodologisch wird dabei zwischen der funktionalen Kategorie der Determination und verschiedenen einzelsprachlichen Ausprägungen definiter und indefiniter Determinierer unterschieden. Auf der Basis der Annahme, dass overte Nominaldeterminierer nicht in allen Sprachen obligatorisch sind, während die Kategorie der Determination jedoch universell ist, soll zunächst festgestellt werden, in welchen Fällen die Funktion des Determinierers in einer artikellosen Sprache und in Sprachen ohne obligatorische Artikelverwendung durch Mittel der Informationsstruktur übernommen werden kann. Danach soll die Verwendung bestimmter Determinierer in den betrachteten Sprachen auf der Basis eines funktionalen Modells untersucht und erklärt werden. Insbesondere beim Ausdruck des Merkmals ‘unbestimmte Auswahl aus einer Menge’ und des Merkmals ‘Definitheit’ kommt es zu Unterschieden, die auf differente Ausdrucksmöglichkeiten in den betrachteten Sprachen hindeuten. Im Spanischen fällt zum Beispiel auf, dass alguno*a(s) häufig dort auftritt, wo in den anderen Sprachen kein Indefinitheitsmarker verwendet wird. Außerdem zeigt sich der größere deiktische Wert der bestimmten Artikel im Deutschen und Englischen (Tatsachen, von denen die Kommission zuvor keine Kenntnis gehabt habe; facts previously unknown to the Commission), während in solchen Kontexten in den romanischen Sprachen meist Demonstrativadjektive verwendet werden (des faits que cette institution ignorait précédemment; fatti che tale istituzione ignorava in precedenza; factos que esta instituição até então ignorava; hechos de los que dicha institución no tuviese conocimiento previo).