Imaginäre Freund:innen im Bilderbuch
摘要
Im Bilderbuch sind neben der Erzählinstanz und der Stimme eine ganze Bandbreite von immanenten Aspekten für die erfahrbare Unzuverlässigkeit verantwortlich. Metafiktion, Mehrdeutigkeit, Leerstellen, Text-Bild-Interdependenzen (Kontrapunkt), materialitätsbezogene Page-Breaks, Lasercuts und weitere paratextuelle wie intertextuelle Signale stellen eine erzählerische Unsicherheit beim Betrachten und Lesen des Bilderbuchs dauerhaft her. Sie verhindern eine monoperspektivische Interpretation dieser Bücher. Am Beispiel der imaginären Freund:innen mit Fokus auf Uwe-Michael Gutzschhahns und Sabine Kranz’ In meinem Rucksack wohnt ein Tiger (2022) wird Unzuverlässigkeit im Bilderbuch aufgespürt und die Erfahrbarkeit dieser an einem Bilderbuchgespräch mit Grundschulkindern aufgezeigt. Es rücken Wahrnehmungen und Deutungen bezogen auf die Illustrationen des literarischen Gegenstands und deren Okularisierung in den Fokus. Dabei wird gezeigt, wie Kinder literarische Aspekte des Unzuverlässigen erkennen und im Gespräch und in Anschlussaufgaben thematisieren.