Unzuverlässig erzählte Texte im Deutschunterricht der Primarstufe und Sekundarstufe I?
摘要
Unzuverlässiges Erzählen ist als narratives Verfahren auch in kinderliterarischen Texten präsent. Sind sie damit auch für den Einsatz im Deutschunterricht der Grundschule und Sekundarstufe I geeignet? Dieser Frage geht der Beitrag nach, indem er in seinem gegenstandbezogenen Teil ausgewählte unzuverlässig erzählte Bilderbücher untersucht. Weil die Bild- und die Textebene in den Bilderbüchern unterschiedlich miteinander kommunizieren, zeigen sich auch Unterschiede in der Realisierung literarästhetischer Unzuverlässigkeit. Das hat Auswirkungen auf den Grad ästhetischer Evidenz, die eine Einflussgröße auf das intuitive Erfassen der Inkongruenz von histoire und discours darstellt. In seinem zweiten Teil, den didaktischen Schlussfolgerungen, wird empfohlen, der Grad an ästhetischer Evidenz als ein Auswahlkriterium für die Auswahl von Lektüren heranzuziehen. Darüber hinaus wird eine mögliche Übertragbarkeit der Ergebnisse aus dem ersten Teil am Beispiel des Mindfuckfilms diskutiert. Abschließend werden Überlegungen zum Umgang mit unzuverlässig erzählten Texten in heterogenen Lerngruppen angestellt, die durch ihr Irritationspotential reflexive Prozesse anregen können.