Imagination und Lüge
摘要
Der Film als Medium, dessen Bilder starke Referenz auf die ‚Realität‘ nahelegen, hat multimodale Möglichkeiten, mit erzählerischer Unzuverlässigkeit zu spielen. Im Fokus des Beitrags liegt die mimetische Unzuverlässigkeit, bei der die Filmbilder nicht der diegetischen Wirklichkeit entsprechen. In den Jugendfilmen Brücke nach Terabithia und Sieben Minuten nach Mitternacht werden die Imaginationen der Protagonist:innen ins Bild gebracht und dadurch ein Vexierspiel mit der ontologischen Wirklichkeit angestellt, wobei die auditive Ebene dieses Spiel unterstützt. Für die schulische Filmanalyse eignen die Filme sich besonders dadurch, dass die Unzuverlässigkeit durch den Einsatz unterschiedlicher filmsprachlicher Mittel erreicht wird, die so besondere Aufmerksamkeit einfordern. Obwohl narratologische Kategorien wie unzuverlässiges Erzählen nicht selbstzweckhaft behandelt werden sollten, bieten beide Filme eine gute Möglichkeit, diese Kategorie in das Zentrum der Auseinandersetzung zu stellen, da die filmische Unzuverlässigkeit intensiv mit der Inhaltsebene verflochten ist. Die Protagonist: innen lösen durch ihre Imaginationsleistungen innere und äußere Konflikte und die Schüler:innen erhalten eine Gelegenheit, sich mit grundsätzlichen Leistungen von Erzählungen und ihrem Konstruktionscharakter auseinanderzusetzen.