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Über „Theatralität“ in der Sprechkunst

  • Jurij Vasiljev

摘要

In Vergangenheit und Gegenwart standen und stehen die Aspekte von Text und Phonetik im Bereich der Lehre des Bühnensprechens und der Sprecherziehung im Vordergrund. Alles, was theatralisch scheint, wird im besten Fall ignoriert, meist sogar als überflüssig abgelehnt. Im gesamten Lehrprozess geht es v. a. um logisch-grammatische Regeln, Intonationsklischees und die Dynamik der Artikulation. Unter Ausdruckskraft der Stimme versteht man die Reinheit der Aussprache, melodische Übergänge in der Stimme und Wechsel im Tempobereich. Bei diesem Ansatz bleibt die Nutzung verschiedenartiger Empfindungen, der Beweglichkeit der Imagination und ihrer assoziativen Seite, die Nutzung des emotionalen Gedächtnisses des Menschen und der Expressivität des szenischen Dialoges für die Anreicherung und Fülle der Stimme unberücksichtigt. Damit solche Lehrdisziplinen wie Szenisches Sprechen oder Sprechpädagogik spürbaren Nutzen in der Erziehung der Technik und Ausdrucksfähigkeit der Sprech- und Bühnenkunst bringen, müssen die Prozesse des Stimm- und Sprech-Trainings, des Atemtrainings und des temporhythmischen Trainings in der Theatralität zusammenlaufen und durch unzahlige Fäden mit ihr verknüpft sein, Theatralität ist nicht nur wertvoll wegen ihrer Fähigkeit Text zu sprechen, sondern durch ihre sensorische Aktivierung der stimmlich-sprecherischen Funktionen des Organismus, durch ihren Dialog des Agierens auf der Bühne, durch ihre stimmliche Handlungskraft, durch ihre Semantik und „Asemantik“ der Bewegung des Körpers und des Sprechens und durch ihre eigene Variabilität des szenischen Handelns. Diese Seiten der Theatralität werden im Beitrag betrachtet.