Dieser Beitrag fokussiert multimodale Adressierungen in zwei musikalisch-instruktiven Settings: in Orchesterproben und im Kammermusikunterricht an einem Musikkonservatorium. Adressierungen werden in musikalisch-instruktiven Kontexten von Dirigent:innen oder Lehrenden in Besprechungsphasen eingesetzt – d. h., in Phasen während der Probe, in denen der/die Dirigent:in/ Lehrende korrigiert und instruiert und die Musiker:innen zuhören –, um die Aufmerksamkeit der Musiker:innen auf eine bestimmte Stelle in der Partitur zu lenken, die korrigiert werden soll oder auch um die Musiker:innen aufzufordern, ab einer bestimmen Stelle in der Partitur zu spielen. Durch eine Adressierung sollen sich die Musiker:innen in Orchesterproben/im Kammermusikunterricht angesprochen und zu einer Reaktion verpflichtet fühlen. Adressierungen stehen in beiden Settings im Dienst von Korrekturen und Instruktionen und können als instruktive Handlungen beschrieben werden, die mithilfe unterschiedlicher Praktiken vollzogen werden (vgl. Krug et al. 2020, 179–183; Messner 2023). Unter solche Praktiken fallen etwa verbale Adressierungen wie die Verwendung des Vokativs, gestisches Zeigen auf bestimmte Musiker:innen oder auch gesangliches Adressieren, d. h., der/die Dirigent:in oder der/die Lehrende vokalisiert einen Ausschnitt aus der Partitur, den nur eine spezifische Instrumentengruppe oder ausgewählte Musiker:innen zu spielen haben.

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Multimodale Adressierungen in musikalisch-instruktiven Settings

  • Monika Messner

摘要

Dieser Beitrag fokussiert multimodale Adressierungen in zwei musikalisch-instruktiven Settings: in Orchesterproben und im Kammermusikunterricht an einem Musikkonservatorium. Adressierungen werden in musikalisch-instruktiven Kontexten von Dirigent:innen oder Lehrenden in Besprechungsphasen eingesetzt – d. h., in Phasen während der Probe, in denen der/die Dirigent:in/ Lehrende korrigiert und instruiert und die Musiker:innen zuhören –, um die Aufmerksamkeit der Musiker:innen auf eine bestimmte Stelle in der Partitur zu lenken, die korrigiert werden soll oder auch um die Musiker:innen aufzufordern, ab einer bestimmen Stelle in der Partitur zu spielen. Durch eine Adressierung sollen sich die Musiker:innen in Orchesterproben/im Kammermusikunterricht angesprochen und zu einer Reaktion verpflichtet fühlen. Adressierungen stehen in beiden Settings im Dienst von Korrekturen und Instruktionen und können als instruktive Handlungen beschrieben werden, die mithilfe unterschiedlicher Praktiken vollzogen werden (vgl. Krug et al. 2020, 179–183; Messner 2023). Unter solche Praktiken fallen etwa verbale Adressierungen wie die Verwendung des Vokativs, gestisches Zeigen auf bestimmte Musiker:innen oder auch gesangliches Adressieren, d. h., der/die Dirigent:in oder der/die Lehrende vokalisiert einen Ausschnitt aus der Partitur, den nur eine spezifische Instrumentengruppe oder ausgewählte Musiker:innen zu spielen haben.