Das Potenzial zu ästhetischen Erfahrungen im Theater wird lange Zeit vor allem in der semiotischen Vielschichtigkeit von Theateraufführungen gesehen. Ausgehend von einer Fokussierung auf Aspekte der Performativität aber kommt es zu einer Erweiterung dieses Potenzials, die in diesem Beitrag erörtert wird, um rezeptionsbezogene Aspekte ästhetischer Erfahrungen in Theateraufführungen zu identifizieren. Dabei werden Theateraufführungen als Ereignis verstanden, das sich unter der Bedingung leiblicher Ko-Präsenz der vollständigen Planbarkeit entzieht und in seiner ephemeren Gestalt spezifische Wahrnehmungsbedingungen schafft. Im Rekurs vor allem auf theaterwissenschaftliche Überlegungen zu ästhetischer Erfahrung im Kontext einer Ästhetik des Performativen identifiziert der Beitrag drei Möglichkeiten ästhetischer Erfahrung: Bedeutungsverschiebungen innerhalb der symbolischen Ordnungssysteme, kontemplatives Verweilen bei der phänomenalen Materialität und Schwellen- oder Übergangserfahrungen zwischen Wahrnehmungsordnungen. Damit wird Theater als ein Erfahrungsraum beschrieben, dessen Bildungspotenzial insbesondere in der Ermöglichung erfahrungsbasierter Transformationen liegt.

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  • Philipp Kamps

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Das Potenzial zu ästhetischen Erfahrungen im Theater wird lange Zeit vor allem in der semiotischen Vielschichtigkeit von Theateraufführungen gesehen. Ausgehend von einer Fokussierung auf Aspekte der Performativität aber kommt es zu einer Erweiterung dieses Potenzials, die in diesem Beitrag erörtert wird, um rezeptionsbezogene Aspekte ästhetischer Erfahrungen in Theateraufführungen zu identifizieren. Dabei werden Theateraufführungen als Ereignis verstanden, das sich unter der Bedingung leiblicher Ko-Präsenz der vollständigen Planbarkeit entzieht und in seiner ephemeren Gestalt spezifische Wahrnehmungsbedingungen schafft. Im Rekurs vor allem auf theaterwissenschaftliche Überlegungen zu ästhetischer Erfahrung im Kontext einer Ästhetik des Performativen identifiziert der Beitrag drei Möglichkeiten ästhetischer Erfahrung: Bedeutungsverschiebungen innerhalb der symbolischen Ordnungssysteme, kontemplatives Verweilen bei der phänomenalen Materialität und Schwellen- oder Übergangserfahrungen zwischen Wahrnehmungsordnungen. Damit wird Theater als ein Erfahrungsraum beschrieben, dessen Bildungspotenzial insbesondere in der Ermöglichung erfahrungsbasierter Transformationen liegt.