Marseillaise der Glaubenskriege
摘要
Im 19. Jahrhundert erlebte Luthers Choral eine politische Verherrlichung. Heinrich Heine bezeichnete ihn als „Marseiller Hymne der Reformation“, Friedrich Engels als „Marseillaise der Glaubenskriege“. Auch im 20. und 21. Jahrhundert ging das so weiter. „Der alt böse Feind, mit Ernst er’s jetzt meint“ ist als Kopfmelodie zu „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“ verwendet worden. Das ist der Titel zur deutschen Nachdichtung des russischen Arbeiterlieds „Tapfer, Genossen, im Gleichschritt“. Ob Luther diese Verweltlichung seines Glaubenslieds recht gewesen wäre? Sicher nicht! Aber wer denkt noch daran, eine welch radikale Absage an die sündige Welt sein Meisterwerk gewesen ist, wenn er die Zeilen „Nehmen sie den Leib,/ Gut, Ehr, Kind und Weib,/ Lass’ fahren dahin,/Sie haben’s kein Gewinn:/ Das Reich muss uns doch bleiben!“ aus voller Brust schmettert? Das Reich ist ja nicht von dieser Welt, sondern das Reich Gottes im Jenseits.