Kollektive Identitätskonstruktionen in syrischen Arabischschulbüchern
摘要
Schulbücher sind durch ihre Reichweite, besonders in Ländern, in denen Schulpflicht besteht, ein potenziell mächtiges Instrument, um Menschen zu erreichen und zu beeinflussen. Dies ist insbesondere dann relevant, wenn ein staatliches Monopol über Schulbücher besteht, so wie es bspw. in Syrien der Fall ist. Der Beitrag widmet sich der Analyse kollektiver Identitätskonstruktionen in Schulbüchern für den Arabischunterricht, die in syrischen Schulen im Schuljahr 2019/2020 zum Einsatz kamen. Dafür wurden drei Kapitel aus diesen Arabischschulbüchern mit Hilfe der linguistischen Diskursanalyse nach Bendel Larcher analysiert, die auf der detaillierten Untersuchung von sprachlichen Mitteln basiert und somit Deutungen herausstellen kann, die beim bloßen Lesen nicht sichtbar werden. Es gilt dabei herauszustellen, welches Bild von einem Kollektiv in den Schulbüchern gezeichnet und damit von staatlicher Seite vertreten wird, was es auszeichnet, aus welchen Merkmalen sich die kollektive Identitätskonstruktion konstituiert und was als ihr zugehörig und fremd zugeschrieben wird. Im weiteren Sinn geht es darum, zu erfassen, welches Identitätsangebot Schülerinnen und Schülern gemacht wird und in welcher Art und Weise sich das Identitätskonstrukt auf die Gesellschaft bezieht, in die es hineinwirkt.