Fachdenkstil als eine textlinguistische Analysekategorie und ihre Implikationen für die fachkommunikative Sprachvermittlung im Hochschulkontext
摘要
Kaum ein anderer Forschungsgegenstand erlebt in den letzten Jahrzehnten mehr interdisziplinäres wissenschaftliches Interesse als Wissen und seine kognitiven und sprachlichen Grundlagen: Die rasante Entwicklung der Informationstechnologien, auch unter dem Stichwort Künstliche Intelligenz, rückt dabei multimodale Wissensrepräsentationsformate in Form von Texten und Diskursen, ihre Verarbeitung und Auswirkung auf globale gesellschaftliche Prozesse und berufliche Zusammenhänge, wie z. B. bei der netzbasierten Kommunikation mit Chatbots oder bei der Nutzung von KI-Tools zum Verfassen von Texten usw., in den disziplinübergreifenden Fokus. Die aktuellen Forschungsfelder der Konstruktionsgrammatik, der kognitiven Textsemantik und -semiotik belegen auch mehr als 40 Jahre nach der sog. kognitiven Wende in der Linguistik diese Tendenz und bilden einen breiten theoretischen Rahmen für die Debatte um die Konstituierung des sprachlich realisierten Wissens (vgl. dazu auch Ziem/Lasch 2013: 67). Die kognitionsbezogene linguistische Forschung lässt dabei eine Vielzahl der Ansätze in der Analyse der Relation zwischen Sprache, Kultur und Denken erkennen, die nach Härtl (2009: 1) jedoch „häufig in scharfem Kontrast zueinander“ stünden. Gleichzeitig sind verstärkte konzeptionelle Bemühungen erkennbar, jene methodisch-methodologische Vielfalt, die u. a. durch den Einsatz der naturwissenschaftlich geprägten Methoden aus der neuro- und psycholinguistischen Forschung bedingt ist, zu einem einheitlichen theoretischen Rahmen zu führen (vgl. Ziem/Lasch 2013: 67 und 76).