Unbequemes Erbe im multiethnischen Raum
摘要
Die Republik Lettland zählt seit fast zwanzig Jahren zur Europäischen Union. Mit weniger als zwei Millionen Einwohnern steht der mittlere der drei baltischen Staaten nicht allzu oft im Fokus westeuropäischer Medien. Jüngst gab es jedoch verstärkt Berichterstattungen zur Demontage verschiedener, insbesondere sowjetischer, Monumente. Lettland, so heißt es, wolle sich von seinem großen Nachbarn Russland abgrenzen, wolle angesichts der aktuellen politischen Situation klar Position beziehen. Die ergriffenen Maßnahmen stoßen allerdings nicht überall auf Zustimmung. Der hier zutage tretende Denkmalstreit ist kein Phänomen, welches einzig in Lettland zu beobachten ist. Vielmehr lassen sich die aktuellen Geschehnisse in den globalen Prozess der Dekolonialisierung oder aber speziell der Dekommunisierung des postsowjetischen Raums einordnen.1