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Eckart von Sydow: Die Kultur der Dekadenz

  • Lew Lunz

摘要

Hauptsächlich gestützt auf Baudelaire496, die Geschichte der Kunst und Ästhetik, analysiert Eckart von Sydow in seinem neuen Buch die kulturelle Erscheinung, die als „Dekadenz“ oder „Verfall“ bezeichnet wird. Er betont, sein Thema sei nicht der „Verfall der Kultur“, sondern die „Kultur des Verfalls“; ihn interessiert nicht das Schicksal der Kultur, sondern ihr Typus. Neben Baudelaire schöpft er sein Material aus den Werken einer ganzen Reihe vorwiegend französischer Schriftsteller des gesamten 19. Jahrhunderts; dazu gehören sowohl Flaubert als auch Chateaubriand, ferner Amiel497 und andere, die sich dem Anschein nach wenig gleichen. Von russischen Schriftstellern zählt er Gorki (als Dramatiker) zu den Dekadenten. Die Dekadenz untersucht er in dreierlei Hinsicht: in ihrer Philosophie, ihren sozialen Erscheinungsformen und in der Kunst. Grundlage der Dekadenz sind der Weltschmerz sowie die Überzeugung von der Sinnlosigkeit des Lebens und der Kultur. Hierher rührt die dekadente Ablehnung der kleinbürgerlichen Großmütigkeit und die eigenartige Geschichtsphilosophie, die den Fortschritt leugnet und in allem nur eine ständige Verschlechterung sieht, wobei der Verantwortliche für die Verschlechterung der Bourgeois sei. Im sozialen Leben lehnt sich die Dekadenz gegen die etablierten traditionellen Formen auf und verherrlicht die Bohème und das Vagabundenleben.