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William Shakespeare: Othello (Fragment)

  • Lew Lunz

摘要

Wenn ein Stück viele handelnde Personen hat, ist es dann nicht wirklich einerlei, wie und von wem die Nebenrollen gespielt werden, ganz zu schweigen die der betagten Männer? Für irgendein drittklassiges Provinztheater mag das vielleicht einerlei sein, aber in einem Theater, das vorbildlich sein will und dies in vielerlei Hinsicht bereits ist, sind Szenen wie diese inakzeptabel: Ein Senat aus Pappmaché mit einer Marionette als Doge an der Spitze, der die Nachricht vom Vorstoß einer feindlichen Flotte mit bedächtigem Kopfnicken entgegennimmt. Oder wer würde bestreiten, dass Brabantio (dargestellt von Borodsin184) eine Stimme von phänomenaler Kraft hat und dass es interessant sein könnte, wenn sie in einem großen Raum demonstriert wird? Aber was hat dergleichen in einer „vorbildlichen“ Aufführung zu suchen? Und die marktschreierischen Veranstaltungsplakate, die zum Namen Jurjews185 noch „Verdienter Künstler staatlicher Theater“ (nicht des Großen Dramentheaters!) hinzufügen, lassen einen für Momente glauben, dass wir nicht die Aufführung einer einheitlichen, ständigen Künstlergruppe zu sehen bekommen, sondern das Gastspiel eines namhaften Tragöden, der – auf der Durchreise befindlich – mal eben in dieses Theater geraten ist.