In diesem Beitrag werden fiktionale Bilderbücher zu Tod und Trauer in Hinblick auf ihre ästhetischen Darstellungs- und Verfremdungsverfahren betrachtet. Dabei schließt der Beitrag mit einem Plädoyer, sehr genau zu bedenken, ob diese Art von Literatur im Deutschunterricht der Primarstufe den richtigen Ort hat. Nach einer theoretischen Annäherung an die Begriffe Tod und Trauer sowie einer Auseinandersetzung mit dem bisherigen Diskurs zu Tod und Trauer in der Kinder- und Jugendliteratur werden die drei Bilderbücher Ein Ort für meine Traurigkeit (Booth/Litchfield 2024 [en. 2021]), Wenn die ganze Welt (Coelho/Colpoys (2022 [en. 2018]) sowie Papa ist überall (Chazerand/Pelon (2024 [fr. 2021]) analysiert und in Hinsicht auf didaktische Anschlussmöglichkeiten reflektiert. Der Beitrag stellt sich der Frage, ob derartige Gegenstände im eigentlichen Sinne als literarästhetisch zu betrachten oder nicht doch eher in den Kontext der Trauerpädagogik zu stellen sind. Entsprechend wird für den Deutschunterricht eine unauflösliche didaktische Unvereinbarkeit zwischen ästhetischer Eigengesetzlichkeit und emotionaler Betroffenheit herausgestellt, die den Einsatz der Bilderbücher zu Tod/Trauer im Deutschunterricht als problematisch erscheinen lässt. Daher wird argumentiert, dass das didaktische Potenzial nicht im Literaturunterricht, sondern wenn, dann im Ehtik- und Religionsunterricht liegt.

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Tod und Trauer im Bilderbuch

  • Nadine Rack-Hellekes

摘要

In diesem Beitrag werden fiktionale Bilderbücher zu Tod und Trauer in Hinblick auf ihre ästhetischen Darstellungs- und Verfremdungsverfahren betrachtet. Dabei schließt der Beitrag mit einem Plädoyer, sehr genau zu bedenken, ob diese Art von Literatur im Deutschunterricht der Primarstufe den richtigen Ort hat. Nach einer theoretischen Annäherung an die Begriffe Tod und Trauer sowie einer Auseinandersetzung mit dem bisherigen Diskurs zu Tod und Trauer in der Kinder- und Jugendliteratur werden die drei Bilderbücher Ein Ort für meine Traurigkeit (Booth/Litchfield 2024 [en. 2021]), Wenn die ganze Welt (Coelho/Colpoys (2022 [en. 2018]) sowie Papa ist überall (Chazerand/Pelon (2024 [fr. 2021]) analysiert und in Hinsicht auf didaktische Anschlussmöglichkeiten reflektiert. Der Beitrag stellt sich der Frage, ob derartige Gegenstände im eigentlichen Sinne als literarästhetisch zu betrachten oder nicht doch eher in den Kontext der Trauerpädagogik zu stellen sind. Entsprechend wird für den Deutschunterricht eine unauflösliche didaktische Unvereinbarkeit zwischen ästhetischer Eigengesetzlichkeit und emotionaler Betroffenheit herausgestellt, die den Einsatz der Bilderbücher zu Tod/Trauer im Deutschunterricht als problematisch erscheinen lässt. Daher wird argumentiert, dass das didaktische Potenzial nicht im Literaturunterricht, sondern wenn, dann im Ehtik- und Religionsunterricht liegt.