Der Beitrag erschließt Friedrich Rückerts Ballade Vom Bäumlein, das andere Blätter hat gewollt (entstanden 1813) für einen themenorientierten Literaturunterricht der Primarstufe aus kulturökologischer Perspektive. Theoretisch verbindet er Ecocriticism, Plant Studies und scalar literacy: Das sprechende Bäumlein fungiert als pflanzlicher Protagonist, der Alteritätserfahrungen ermöglicht und Skalenwechsel zwischen individueller Sehnsucht, sozialer Resonanz und planetarischen Fragen anleitet. Gattungstheoretisch wird die Kunstballade als Hybrid profiliert; Wiederholung, Wunschzyklen und Pointe strukturieren eine Entwicklungslogik im Kleinen. Didaktisch kombiniert der Beitrag Modelle der Elementarisierung und Transformation mit dem Ansatz „Tiere und Pflanzen erzählen“. Ein Unterrichtsdesign mit subjektorientiertem Einstieg, Analyse- und Transformationsphase sowie reflexiver Anschlusskommunikation (Ich–Wir–Welt) wird entfaltet. Die Ergebnisse zeigen: Kinder deuten das Bäumlein moralisch (Genügsamkeit), psychologisch (Identität/Resilienz) und ökologisch (Angemessenheit). So leistet die Ballade einen Beitrag zu BNE und macht ökologische Zusammenhänge erfahrbar, ohne die ästhetische Eigenlogik zu instrumentalisieren.

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Ökologische Bildung für Grundschulkinder

  • Nathalie Kónya-Jobs,
  • Alina Stefan

摘要

Der Beitrag erschließt Friedrich Rückerts Ballade Vom Bäumlein, das andere Blätter hat gewollt (entstanden 1813) für einen themenorientierten Literaturunterricht der Primarstufe aus kulturökologischer Perspektive. Theoretisch verbindet er Ecocriticism, Plant Studies und scalar literacy: Das sprechende Bäumlein fungiert als pflanzlicher Protagonist, der Alteritätserfahrungen ermöglicht und Skalenwechsel zwischen individueller Sehnsucht, sozialer Resonanz und planetarischen Fragen anleitet. Gattungstheoretisch wird die Kunstballade als Hybrid profiliert; Wiederholung, Wunschzyklen und Pointe strukturieren eine Entwicklungslogik im Kleinen. Didaktisch kombiniert der Beitrag Modelle der Elementarisierung und Transformation mit dem Ansatz „Tiere und Pflanzen erzählen“. Ein Unterrichtsdesign mit subjektorientiertem Einstieg, Analyse- und Transformationsphase sowie reflexiver Anschlusskommunikation (Ich–Wir–Welt) wird entfaltet. Die Ergebnisse zeigen: Kinder deuten das Bäumlein moralisch (Genügsamkeit), psychologisch (Identität/Resilienz) und ökologisch (Angemessenheit). So leistet die Ballade einen Beitrag zu BNE und macht ökologische Zusammenhänge erfahrbar, ohne die ästhetische Eigenlogik zu instrumentalisieren.