Kinder- und jugendliterarische Texte beteiligen sich an gesellschaftlichen Diskursen, so auch an jenen zu geschlechtlicher Vielfalt. Viele KJL-Texte, Lehrpläne und Lehr-/Lernmaterialien reproduzieren allerdings noch binäre und heteronormative Vorstellungen. Vor diesem Hintergrund erscheint es als zentral, Lehrkräfte frühzeitig zu sensibilisieren und ihnen Perspektiven zu eröffnen, den Lernenden fruchtbare Reflexionsangebote anzubieten. Im Beitrag werden anhand eines aktuellen Bilderbuchs Strategien zur Inszenierung von Genderfragen exemplarisch aufgezeigt. Eine qualitative Interviewstudie mit Lehrkräften verdeutlicht, dass diese zwar die Relevanz des Themas anerkennen, ihre Einschätzungen jedoch stark von pädagogisch-pragmatischen Überlegungen geprägt sind. Eigene unterrichtspraktische Erprobungen mit Schüler:innen belegen hingegen, dass literarisches Lernen und gesellschaftliche Bildung im Spannungsfeld von thematischer Explizitheit und ästhetischer Eigenlogik produktiv verschränkt werden können. Der Beitrag plädiert daher für eine gendersensible Literaturdidaktik, die die ästhetische Qualität von Kinder- und Jugendliteratur ernst nimmt und zugleich Räume für Diskussion, Perspektivenvielfalt und Empowerment eröffnet.

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„Man kann glaub ich nicht immer einteilen, ich bin das oder das, es gibt immer auch ein Dazwischen!“

  • Susanne Drogi,
  • Nadine Naugk

摘要

Kinder- und jugendliterarische Texte beteiligen sich an gesellschaftlichen Diskursen, so auch an jenen zu geschlechtlicher Vielfalt. Viele KJL-Texte, Lehrpläne und Lehr-/Lernmaterialien reproduzieren allerdings noch binäre und heteronormative Vorstellungen. Vor diesem Hintergrund erscheint es als zentral, Lehrkräfte frühzeitig zu sensibilisieren und ihnen Perspektiven zu eröffnen, den Lernenden fruchtbare Reflexionsangebote anzubieten. Im Beitrag werden anhand eines aktuellen Bilderbuchs Strategien zur Inszenierung von Genderfragen exemplarisch aufgezeigt. Eine qualitative Interviewstudie mit Lehrkräften verdeutlicht, dass diese zwar die Relevanz des Themas anerkennen, ihre Einschätzungen jedoch stark von pädagogisch-pragmatischen Überlegungen geprägt sind. Eigene unterrichtspraktische Erprobungen mit Schüler:innen belegen hingegen, dass literarisches Lernen und gesellschaftliche Bildung im Spannungsfeld von thematischer Explizitheit und ästhetischer Eigenlogik produktiv verschränkt werden können. Der Beitrag plädiert daher für eine gendersensible Literaturdidaktik, die die ästhetische Qualität von Kinder- und Jugendliteratur ernst nimmt und zugleich Räume für Diskussion, Perspektivenvielfalt und Empowerment eröffnet.