Lehnwortschatz – Typologie von Entlehnungen
摘要
Verschiedene Handelsbeziehungen, kulturelle, wissenschaftliche und diplomatische Kontakte der Völker oder deren militärische Auseinandersetzungen sowie der daraus resultierende Sprachkontakt (s. dazu Kapitel 3) gehen seit jeher mit der Übernahme von Elementen aus fremden Sprachen einher. Dabei wird der „Erbwortschatz“,21 also Lexeme, die „in den älteren einzelsprachlichen Stufen des Deutschen bzw. den vorangegangenen vordeutschen Sprachstufen kontinuierlich nachweisbar sind“ (Schlaefer 2009:66) durch den „Lehnwortschatz“ erweitert. Bei Otto (2009:191), die sich in ihrer Analyse mit den sog. Europäismen (s. u.) befasst, beträgt der Anteil an Lehnwörtern in ihrem Korpus 13,1 % gegenüber 86,9 % bei Erbwörtern. Im Rahmen der Wortschatzübernahme nimmt die Entlehnung (auch „Transferenz“ genannt) eine herausragende Stellung ein. Bei lexikalischen Entlehnungen werden verschiedene Subklassen unterschieden, auf die im Folgenden näher eingegangen wird.