Zusammenfassung
摘要
Betrachtet man die historischen Entwicklungen sowie den Vergleich mit anderen Mikrostandardsprachen vor allem anhand des rechtlichen Status’, so lässt sich zunächst feststellen, dass die kaschubische Sprache in ihrer Entwicklung etwas im Rückstand liegt. Gleichzeitig genießt das Kaschubische innerhalb der Mikrostandardsprachen ein hohes Prestige und hat vor allem im Bereich der Lexikographie und Bildung deutliche Fortschritte gemacht. Hier hat vor allem der staatliche Schutz der Sprache Früchte getragen. So lässt sich sagen, dass die modernen Entwicklungen deutlich effektiver als die unter Florian Ceynowa sind. Wie bereits in der Einleitung angedeutet, kann man schwer von einer Wiedergeburt sprechen, denn Ceynowa schuf eine erste Basis zur aktiven Entwicklung der Sprache und hatte keine früheren Quellen, aus denen er schöpfen konnte. Zudem agierte er in der Kaschubei zu seinen Lebzeiten quasi allein. Seine Errungenschaften können also als ersten Auslöser gesehen werden, wodurch er auch den Titel des ‚Erweckers‘ (poln. budziciel) der Kaschuben weiterhin innehat. Ich möchte hier aber von dem traditionellen Verstädnis der Wiedergeburten abtreten, können solche doch bis heute vorkommen. Im Falle von Ceynowa sprechen wir als vom ‚Erwachen‘, während im Fall der Entwicklungen nach 1989 von einer Wiedergeburt gesprochen werden kann. Das ist ein Spezifikum der kaschubischen Sprache, denn in kurzer Zeit hat sich die Sprache aus dem Dialektverhältnis zu einer funktionierenden Mikrostandardsprache entwickelt.