Plenitudo potestatis
摘要
Einige neuere Romane erinnern auf unterschiedliche, oft ironische Weise an die prägende Kraft der Werke Karl Mays für das deutsche Orientbild von den Spielzeiten dieser Romane bis in die Gegenwart hinein. Steffen Kopetzky lässt in seinem Roman Risiko (2015) einen scherzhaft Faruk Erdöl benannten Dolmetscher seine Deutschkenntnisse aus „Karl-May-Geschichten“ und der Bibel (zwei Grundschriften des Orientalismus) auffrischen;1 Kenah Cusanit erinnert in Babel (2019) an den Erfolg der Romane des Sachsen, wenn sie einen Korrespondenten ihres Protagonisten Robert Koldewey seufzen lässt: „Vielleicht sollte ich lieber profitable Romane schreiben wie Carl May“ – anstatt sich an den Alltagsschikanen des Lebens in Bagdad abzustrampeln.2