Auf dem Weg zur Ukrainistik – ein kritisches Selbstgespräch
摘要
Der 24. Februar 2022, der die Ausweitung des russländischen Angriffskrieges von den östlichen Gebieten der Ukraine auf deren gesamtes Territorium markiert, teilt die Zeit in ein Davor und ein Danach. Deutlich prägt diese Zäsur auch die deutschsprachige Slavistik: Allenthalben vernimmt man Forderungen, sich endlich vom russischen Zentrum abzukehren und zugleich die Ukrainistik von einer vernachlässigten Marginalie zu einem integralen Teil des Fachs zu erheben. Zwar zeitigten diese Bemühungen bereits positive Entwicklungen, ungewiss ist aber, ob die Ukrainistik lediglich eine nützliche Mode sein wird, die zeitweilig über den Wegfall des alten russischen Zentrums hinwegtröstet, oder ob sie sich in der deutschen Slavistik als eine ernstzunehmende Disziplin verankert.