Der Beitrag untersucht die Rolle von Musik als Instrument politischer Propaganda im Kontext des Konzerts Песни Победы. Голоса поколений ‚Lieder des Sieges. Stimmen der Generationen‘, das am 9. Mai 2025 in Moskau anlässlich des 80. Jahrestages des Sieges über Nazideutschland stattfand. Im Zentrum steht die Analyse ausgewählter Liedtexte aus verschiedenen historischen Perioden, vom Zweiten Weltkrieg über die Sowjetzeit bis in die Gegenwart, die systematisch propagandistisch aufgeladen sind. Die Untersuchung zeigt, wie Musik und Sprache im Zusammenspiel emotionale und symbolische Effekte entfalten, die zur Mobilisierung der Bevölkerung, zur Schaffung kollektiver Identität und zur Legitimation des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine beitragen. Propagandistische Mittel wie Feindbildkonstruktion, Emotionalisierung, Wiederholung, Sakralisierung von Krieg und Nation sowie historische Mythenbildung lassen sich in nahezu allen Liedern nachweisen. Besonders eindrücklich wird deutlich, dass patriotische und nostalgische Elemente (Heimatliebe, Gemeinschaft, Tradition) als Vorstufe zur Glorifizierung von Krieg und Opferbereitschaft dienen. Musik wirkt hier nicht bloß als kulturelle Untermalung, sondern als gezielt eingesetztes Mittel ideologischer Beeinflussung, das historische Erinnerung politisch instrumentalisiert. Die Studie verdeutlicht, wie Populärmusik im Rahmen staatlich orchestrierter Inszenierungen eine zentrale Funktion in der modernen Kreml-Propaganda übernimmt.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Propaganda durch Musik

  • Anja Gattnar

摘要

Der Beitrag untersucht die Rolle von Musik als Instrument politischer Propaganda im Kontext des Konzerts Песни Победы. Голоса поколений ‚Lieder des Sieges. Stimmen der Generationen‘, das am 9. Mai 2025 in Moskau anlässlich des 80. Jahrestages des Sieges über Nazideutschland stattfand. Im Zentrum steht die Analyse ausgewählter Liedtexte aus verschiedenen historischen Perioden, vom Zweiten Weltkrieg über die Sowjetzeit bis in die Gegenwart, die systematisch propagandistisch aufgeladen sind. Die Untersuchung zeigt, wie Musik und Sprache im Zusammenspiel emotionale und symbolische Effekte entfalten, die zur Mobilisierung der Bevölkerung, zur Schaffung kollektiver Identität und zur Legitimation des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine beitragen. Propagandistische Mittel wie Feindbildkonstruktion, Emotionalisierung, Wiederholung, Sakralisierung von Krieg und Nation sowie historische Mythenbildung lassen sich in nahezu allen Liedern nachweisen. Besonders eindrücklich wird deutlich, dass patriotische und nostalgische Elemente (Heimatliebe, Gemeinschaft, Tradition) als Vorstufe zur Glorifizierung von Krieg und Opferbereitschaft dienen. Musik wirkt hier nicht bloß als kulturelle Untermalung, sondern als gezielt eingesetztes Mittel ideologischer Beeinflussung, das historische Erinnerung politisch instrumentalisiert. Die Studie verdeutlicht, wie Populärmusik im Rahmen staatlich orchestrierter Inszenierungen eine zentrale Funktion in der modernen Kreml-Propaganda übernimmt.