Als die Völkerbundversammlung am 18. September 1934 über die Aufnahme der UdSSR abstimmte, votierte die Schweiz als einer von nur drei Staaten dagegen. Tags zuvor hatte Bundesrat Giuseppe Motta (1871–1940) vor der 6. Kommission des Völkerbundes die Entscheidung seines Landes ausführlich begründet. Die Aufnahme der Sowjetunion, so der Vorsteher des Politischen Departements, widerspreche dem „nationalen Willen“ der Schweizer Bevölkerung. Er wies darauf hin, dass die Schweiz das „gegenwärtige Regiment“ der Sowjetunion de jure nicht anerkenne und erinnerte daran, dass sich die Bolschewiki nie für die Plünderung der schweizerischen Gesandtschaft in Petrograd im November 1918 entschuldigt hätten und dass die diplomatische Mission der Sowjets in Bern nach Ansicht der Schweizer Regierung an der „Wühlerei“ des Landesstreiks beteiligt gewesen sei. Nach wie vor verfolge die Sowjetunion das Ziel der Weltrevolution. Die Vorstellung, dass Genf als Sitz des Völkerbundes nun ein „Herd zersetzender Propaganda“ werden könnte, war für den Bundesrat ein Albtraum. Der Kommunismus, so Motta weiter, bedeute „auf jedem Gebiet – auf dem der Religion, der Moral, der Gesellschaft, der Politik, der Wirtschaft – die gründlichste Verneinung aller Ideen, auf denen unser Wesen und Leben beruht.“1

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„Die Ukraine ist von Moskau aufgegeben und der Hungersnot überlassen worden.“

  • Frithjof Benjamin Schenk

摘要

Als die Völkerbundversammlung am 18. September 1934 über die Aufnahme der UdSSR abstimmte, votierte die Schweiz als einer von nur drei Staaten dagegen. Tags zuvor hatte Bundesrat Giuseppe Motta (1871–1940) vor der 6. Kommission des Völkerbundes die Entscheidung seines Landes ausführlich begründet. Die Aufnahme der Sowjetunion, so der Vorsteher des Politischen Departements, widerspreche dem „nationalen Willen“ der Schweizer Bevölkerung. Er wies darauf hin, dass die Schweiz das „gegenwärtige Regiment“ der Sowjetunion de jure nicht anerkenne und erinnerte daran, dass sich die Bolschewiki nie für die Plünderung der schweizerischen Gesandtschaft in Petrograd im November 1918 entschuldigt hätten und dass die diplomatische Mission der Sowjets in Bern nach Ansicht der Schweizer Regierung an der „Wühlerei“ des Landesstreiks beteiligt gewesen sei. Nach wie vor verfolge die Sowjetunion das Ziel der Weltrevolution. Die Vorstellung, dass Genf als Sitz des Völkerbundes nun ein „Herd zersetzender Propaganda“ werden könnte, war für den Bundesrat ein Albtraum. Der Kommunismus, so Motta weiter, bedeute „auf jedem Gebiet – auf dem der Religion, der Moral, der Gesellschaft, der Politik, der Wirtschaft – die gründlichste Verneinung aller Ideen, auf denen unser Wesen und Leben beruht.“1