Neue Horizonte
摘要
Wer in den 1980er Jahren, also zum Beispiel 1982, nach (West-)Berlin zog, hatte gute Chancen, sich vor Ort mit neuen Tendenzen der lateinamerikanischen Literatur vertraut zu machen. Kurz zuvor hatte sich die Situation allerdings noch anders dargestellt. Zwar standen bereits in den 1960er Jahren einzelne Veranstaltungen wie die beiden Lateinamerika-Kolloquien auf dem Programm (vgl. Klengel/Pompeu 2021: 85–112); auch hielten sich in den 1970er Jahren einige Autoren aus Lateinamerika auf Einladung des DAADKünstlerprogramms in Berlin auf: Nicolas Suescun und Oscar Collazos aus Kolumbien (1971/72 und 1977), Sergio Ramirez aus Nicaragua (1973/74), Antonio Skarmeta (vgl. Klengel 2023: 35–54) aus Chile (1975). Aber noch 1980 – um die weitreichende Unkenntnis oder auch Gleichgültigkeit anekdotisch zu belegen – weigerte sich die Berliner Morgenpost, über eine Veranstaltung mit dem späteren Nobelpreisträger Octavio Paz am Literarischen Colloquium Berlin (LCB) zu berichten – weil er zu unbekannt sei.1