Der Beginn des Untersuchungszeitraums für die vorliegende Dissertation ist mit dem Jahr 1848 klar festgelegt. Er ergibt sich aus dem Publikationsereignis der ersten deutschen Ausgabe des Kommunistischen Manifests als Diskursbeginn und mit dem zugleich einsetzenden translatorischen Geschehen beziehungsweise dem dort bereits angelegten translatorischen Moment. Für die im Mittelpunkt stehenden englischen und spanischen Übersetzungsereignisse sind die ersten publizierten Übersetzungen von 1850 (Englisch) beziehungsweise 1872 (Spanisch) zentrale Pfeiler, jedoch werden auch Ereignisse von Null-Translation beziehungsweise Hinweise auf eine Rezeption vor Entstehung dieser Erstübersetzungen berücksichtigt. Das Ende des Untersuchungszeitraums bleibt offen. Die letzten im Detail untersuchten Translationsereignisse liegen in den 1930er-Jahren, doch Prozesse der Kanonisierung werden auch darüber hinaus noch miteinbezogen. In diesen Jahren waren die Akademisierung und Institutionalisierung des Marxismus, der Marx- und Engels-Werke und somit auch des Kommunistischen Manifests und der Auseinandersetzung mit Übersetzungen bereits in vollem Gange, was ich als neue Phase im Prozess der Kanonisierung einstufe. Die Publikation und Übersetzung des Kommunistischen Manifests war wegen externer Faktoren, Repression und Zensur, in Spanien lange Zeit nur äußerst eingeschränkt möglich, was zu einem umso dichteren Übersetzungs- und Publikationsgeschehen in der Zeit der Zweiten Republik in den 1930er-Jahren führt. Dies macht eine ausführliche Beschäftigung mit diesem Zeitraum notwendig, obgleich dies nicht der ursprünglich ins Auge gefassten Schwerpunktsetzung entspricht. Dieser lange Zeitraum und die Zahl der bearbeiteten Translationsereignisse machen es möglich, verschiedene Motive, Konstellationen und Übersetzungstypen zu beschreiben und hinsichtlich des Forschungsinteresses auszuwerten.

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Methodische Vorgangsweise

  • Stefanie Kremmel

摘要

Der Beginn des Untersuchungszeitraums für die vorliegende Dissertation ist mit dem Jahr 1848 klar festgelegt. Er ergibt sich aus dem Publikationsereignis der ersten deutschen Ausgabe des Kommunistischen Manifests als Diskursbeginn und mit dem zugleich einsetzenden translatorischen Geschehen beziehungsweise dem dort bereits angelegten translatorischen Moment. Für die im Mittelpunkt stehenden englischen und spanischen Übersetzungsereignisse sind die ersten publizierten Übersetzungen von 1850 (Englisch) beziehungsweise 1872 (Spanisch) zentrale Pfeiler, jedoch werden auch Ereignisse von Null-Translation beziehungsweise Hinweise auf eine Rezeption vor Entstehung dieser Erstübersetzungen berücksichtigt. Das Ende des Untersuchungszeitraums bleibt offen. Die letzten im Detail untersuchten Translationsereignisse liegen in den 1930er-Jahren, doch Prozesse der Kanonisierung werden auch darüber hinaus noch miteinbezogen. In diesen Jahren waren die Akademisierung und Institutionalisierung des Marxismus, der Marx- und Engels-Werke und somit auch des Kommunistischen Manifests und der Auseinandersetzung mit Übersetzungen bereits in vollem Gange, was ich als neue Phase im Prozess der Kanonisierung einstufe. Die Publikation und Übersetzung des Kommunistischen Manifests war wegen externer Faktoren, Repression und Zensur, in Spanien lange Zeit nur äußerst eingeschränkt möglich, was zu einem umso dichteren Übersetzungs- und Publikationsgeschehen in der Zeit der Zweiten Republik in den 1930er-Jahren führt. Dies macht eine ausführliche Beschäftigung mit diesem Zeitraum notwendig, obgleich dies nicht der ursprünglich ins Auge gefassten Schwerpunktsetzung entspricht. Dieser lange Zeitraum und die Zahl der bearbeiteten Translationsereignisse machen es möglich, verschiedene Motive, Konstellationen und Übersetzungstypen zu beschreiben und hinsichtlich des Forschungsinteresses auszuwerten.