Die Integration afrikanischer Dolmetscher in die Kolonialherrschaft Französisch-Westafrikas
摘要
Im vorangegangenen Kapitel wurde ein biografischer Ansatz gewählt, der sich an M’bayo (2016) orientiert, um die Diversität des einheimischen Dolmetscherpersonals in Französisch-Westafrika zu beleuchten (M’bayo 2016: 34). Die Analyse der Lebensgeschichten der afrikanischen Dolmetscher zielt darauf ab, Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den indigenen Dolmetscherpersönlichkeiten herauszuarbeiten. Diese sollen als Referenz dienen, um in der Literatur verbreitete Verallgemeinerungen und Vorurteile aufzuzeigen. Nur durch eine Dekonstruktion dieser literarisch perpetuierten Stereotypen kann eine Annäherung an die komplexe, vielschichtige und nuancierte Realität erfolgen, um in weiterer Folge einige sorgfältig ausgewählte Thesen zur Rolle einheimischer Dolmetscher im Kontext der französischen Kolonialherrschaft aufzustellen. Im Zuge dessen soll versucht werden, der ‚objektiven‘ Wirklichkeit ein Stück näher zu kommen. (M’bayo 2016: 8 ff.) Zudem soll im vorliegenden Kapitel der Bogen zur Translationswissenschaft gespannt und das von den einheimischen Sprach- und Kulturmittlern hinterlassene Erbe in das Fach aufgenommen und integriert werden (Garane 2015: 2 f.). Kapitel 3 und Kapitel 4 konstituieren somit die Grundlage für die Beantwortung der Frage, wie die – bewussten wie auch unbewussten – Handlungen einheimischer Dolmetscher die Positionen der Dolmetschenden selbst sowie ihre wechselseitigen Beziehungen zu Kolonisierten und Kolonisatoren beeinflusst haben.