Leben in Griechenland 1834 und 1835
摘要
Als Bettina Schinas im August 1835 in Athen starb, hatte sie nicht einmal ein volles Jahr in Griechenland verbracht, wohin sie mit ihrem Ehemann Konstantinos Dimitrios Schinas nach ihrer Hochzeit im Herbst 1834 gegangen war. Aus dieser kurzen Zeit hinterließ sie uns eine Fülle von sehr lebendig geschriebenen Briefen und Tagebuchaufzeichnungen an ihre Eltern in Berlin, die den Leser in ein Land führen, das sich vier Jahre nach Ende der Freiheitskriege und staatlicher Anerkennung noch in verwüstetem Zustand befand und in dem eine neue gesellschaftliche Ordnung unter bayerischer Führung erst im Entstehen war. Als Tochter des Rechtsgelehrten Friedrich Carl von Savigny und seiner Frau Gunda, geb. Brentano, stammte Bettina aus einer jener Familien, die Kultur und Geistesleben im Deutschland des 19. Jahrhunderts nachhaltig beeinflussten. Der Dichter Clemens von Brentano (1778–1842) und Bettina von Arnim (1785–1859), die in Goethe einen „Bewunderer ihres geistreichen, aber auch barocken Wesens“ (Riemer 11.11.1807) hatte – auf Clemens könnte diese Charakterisierung wohl auch zutreffen – waren Geschwister der Mutter Gunda, Maximiliane von La Roche, deren „schwärzeste Augen“ Goethe Werthers Lotte verliehen hatte, war ihre Großmutter. Deren Mutter Sophie von La Roche, geb. Gutermann, wiederum, also eine Urgroßmutter Bettinas, lebte als erste Schriftstellerin von ihren Romanen. Sie war von 1750 bis 52 die Verlobte Wielands – aus der Heirat wurde dann allerdings nichts. Lust und Talent zum Schreiben wurden Bettina also in die Wiege gelegt. „Möchtet ihr nur einigermaßen mit solcher Freude lesen, als ich mit Freuden schreibe“, heißt es im Brief vom 17.12.1834–29.1.1835 (Steffen 2002: 121).