Die griechischen Landschaften der Geographen, Maler, Dichter und Träumer
摘要
Der Begriff Landschaft ist vielschichtig, schillernd und wie alle Begriffe ein Konstrukt, das Merkmale, die als zusammengehörig erkannt und zusammengehörig gedacht werden, mit einem Wort belegt. Der Begriff hat im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel erfahren. Landschaft bezeichnete zunächst einen Landesteil, eine Gegend oder auch deren Bewohner, wurde in der frühen Neuzeit dann zum Fachausdruck der bildenden Künste und bezeichnete den gemalten Naturausschnitt. Damit war begrifflich jener Schritt vollzogen, den wir heute mit dem Wort Landschaft verbinden: einem Raumausschnitt mit zentraler Perspektive und Raumtiefe, in dem alle Elemente aufeinander bezogen, in „einen einheitlichen Wahrnehmungszusammenhang eingeordnet“ sind, also nicht mehr unverbunden nebeneinanderstehend einen Bildhintergrund bilden. Perspektive bedeutet einerseits Distanz zum Gegenstand (erst die Distanz zur Natur macht eine Unterscheidung zwischen Natur und Landschaft möglich), andererseits Subjektivität.1 Es ist ein subjektiv begrenzbares Beobachtungsfeld (Hard 2002: 170). In der Landschaftsmalerei ist Landschaft Naturdarstellung, die zur Verdeutlichung eines Handlungsortes, als Schauplatz, als Hintergrund zum Ausdruck einer Stimmung, eines Geschehens dienen oder per se Objekt sein kann.