Geographie der Verbannungsorte von Jannis Ritsos
摘要
Verbannung und Inhaftierung ziehen sich wie ein roter Faden durch die Mitte des Lebens von Jannis Ritsos, bestimmen sein ganzes weiteres Leben, das 1909 in Monemvasia begonnen hatte, jenem Felsklotz an der Ostküste der Peloponnes, der seinen späteren Verbannungsorten in mancher Hinsicht nicht unähnlich war. Verbannungs- und Gefängnisorte sind in Griechenland traditionell die Inseln. Sie ließen sich gut bewachen, eine Flucht aus den Lagern war sehr schwer. Viele dieser Inseln waren und sind zudem unbewohnt und kaum sonst nutzbar wie Jaros oder Makronisos, hatten aus strategischen Gründen eine starke militärische Besatzung wie Limnos oder Agios Efstratios, oder bereits ähnliche Einrichtungen wie Leros mit seiner psychiatrischen Anstalt. Bereits in der Römerzeit dienten Inseln wie Jaros als Verbannungsorte. Im Neuen Griechenland werden die ersten Haftstätten auf Inseln schon in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts eingerichtet, insbesondere dann während der Metaxas-Diktatur. Es ist eigentlich ein Wunder, dass Ritsos nicht schon in dieser Zeit auf Grund seiner linken Einstellung (den Epitaphios schrieb er 1936) verbannt und eingekerkert wurde.