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Griechenland im Spiegel seiner Briefmarken

  • Cay Lienau

摘要

Postwertzeichen, umgangssprachlich Briefmarken genannt, sind amtliche Wertzeichen, im Voraus bezahlte Quittungen für Beförderungsleistungen der Post. Der Staat hat für die Herausgabe von Briefmarken das Monopol (nur dann kann man in strengem Sinne von Postwertzeichen sprechen). Das gibt diesem die Möglichkeit der Selbstdarstellung. So werden Briefmarken zum Spiegel von Staat und Gesellschaft eines Landes durch die spezifische Wahl der Motive, der Themen, die auf Briefmarken publiziert – oder auch fortgelassen werden. Sie werden zu Transmissionsriemen von Botschaften, die die Staaten vermitteln wollen (Köppel 1971: 9 ff., Badry & Niehoff 1988: 2 ff.). Das gilt besonders für die ersten 100 bis 120 Jahre der Briefmarkengeschichte – jedenfalls für Griechenland –, also bis ca. 1965, in denen relativ wenige Marken pro Jahr herausgegeben wurden. Die seitdem – wohl v. a. aus kommerziellen Gründen – ansteigende Flut von Briefmarken mindert deren Aussagekraft. So sollen hier v. a. die ersten 100 Jahre griechischer Briefmarkengeschichte betrachtet werden, die sich nach Motiven und Design deutlich von denen anderer europäischer Staaten unterscheiden. Als Quelle dienen mir die Kataloge von Michel (dessen Zählung hier verwendet wird; abgekürzt: M+Katalognummer), Hermes ʼ97 sowie die eigene Sammlung.