Genese und historische Rekonstruktion des Arschlochs
摘要
Das politische Arschloch regiert nach Gutsherrenart, fühlt sich stets in seiner Macht bestätigt, trennt sich von seiner älteren Frau und nimmt sich eine jüngere. Es lächelt so wie Edmund Stoiber „gütig“ herab, versteht sich als „Hirte“ einer leicht lenkbaren Masse, dem die Autorität von Gottes Gnaden zufällt (daher wohl das „C“ in der CDU/CSU). Stammesgeschichtlich und biologisch heruntergebrochen haben wir es mit dem Häuptling, Anführer oder Alpha-Tier, dem gewisse Privilegien zugebilligt werden, zu tun. Die Liebe geht dabei von beiden Seiten aus: vom Anführer und „seinem Volk“, wie schon Sigmund Freud in seinem Essay Massenpsychologie und Ich-Analyse konstatiert hat: Das Arschloch wird geliebt, weil es ein Arschloch ist. Zu sehr haben die Menschen verinnerlicht, dass derjenige, der in der Lebenswirklichkeit des Kapitalismus und des autoritativen Kommunismus und seinen Arbeitswelten das Sagen hat, sich mehr herausnehmen darf. Das Arschlochtum ist aus der aktuellen Arbeitswelt schwer wegzudenken. Ohne Arschlöcher würde das System links wie rechts zusammenbrechen. Den Gegenbeweis können im 21. Jahrhundert die Frauen antreten. Frauen können zwar auch Arschlöcher sein, ich denke da an Margaret Thatcher oder Leona Helmsey. Das weibliche Arschlochtum ist hier aber wohl eher die personelle Ausnahme als die Regel. Das Arschloch, so können wir zusammenfassen, befindet sich häufig in einer sozial höhergestellten Position.