Retardierendes Moment
摘要
Dem vorübergehenden Aufschwung folgt eine erneute Krise, nachdem Raskolʹnikov im ersten Dialog mit Porfirij auf dessen hartnäckiges Bemühen trifft, ihn des Verbrechens zu überführen (PSS 6: 190–206 = 3.5; s. a. 6: 206 f. = 3.6). Daraufhin tritt der Mann auf, der Raskolʹnikov als „Mörder“ bezeichnet („Ubivec!“ PSS 6: 209 = 3.6). Wie Natalie Reber (2003, 107) bemerkt, verkörpert diese Figur Raskolʹnikovs „Gewissen“ sowie dessen „verdrängte[-] Schuld- und Angstgefühle“. Im Lichte der bisher gewonnenen Erkenntnisse bietet es sich an zu präzisieren, dass Raskolʹnikovs Ich in Kontakt zu seinem veräußerlichten Überich gerät, so dass ihm seine verdrängte Schuld und Angst bewusst werden. Oberflächlich und damit auch szenisch erscheint die Bewusstwerdung der unguten Gefühle darin, dass Raskolʹnikov zu Razumichin außerordentlich unfreundlich wird, in Schweiß ausbricht, die Fassung verliert und hektische Maßnahmen ergreift, um etwaige noch vorhandene Beweisstücke in seinem Zimmer zu vernichten. Dann fangen sich seine Gedanken an zu verwirren, und er trifft im Hinausgehen auf die Figur, die sein veräußerlichtes Überich repräsentiert (PSS 6: 208 = 3.6).