Ausgehend von den Marmeladovs sei zunächst eine allgemeine Diagnose formuliert, die die überindividuellen Umstände erfasst, unter denen die Erzählung die Figur Raskolʹnikov mitsamt ihrer fiktiven Psyche einer näheren Bestimmung zuführt. Die vorliegende Interpretation hat bereits ergeben, dass eine Vaterlosigkeit in jenem soziohistorischen Sinne, der die psychohistorischen Gründe für Entstehung des autoritären Charakters berücksichtigt, sowohl Raskolʹnikov prägt als auch durch die Marmeladovs mustergültig vorgestellt wird (v. a. Kapitel „Raskolʹnikovs Vaterlosigkeit“, „Die Vaterlosigkeit der Marmeladov-Familie“). Unter den Anteilen, die verschiedene Figuren an der Darstellung des autoritären Charakters haben, ist es die grundlegende Problematik des autoritären Syndroms, welches die genannten drei Figuren der Marmeladov-Familie vorwegnehmen (s. o. Kapitel „Das autoritäre Syndrom“). Die Funktion der drei Figuren besteht darin, die spezifische psychische Reaktionen dessen, was später auf den Begriff des autoritären Charakters gebracht worden ist, deutlich zu zeigen. Es ist die psychische Reaktion auf die „objektive Situation“ (Gerigk 1991, 28), die so deutlich erscheint, dass der Leser im Laufe der Rezeption ähnliche Vorgänge der fiktiven Psyche des Helden zumessen kann, obgleich er sie hier in einem teils subtileren, teils durch Konflikte gebrochenen Sinne zu verstehen hat.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Der poetologische Sinn der Marmeladov-Handlung

  • Nils Meier

摘要

Ausgehend von den Marmeladovs sei zunächst eine allgemeine Diagnose formuliert, die die überindividuellen Umstände erfasst, unter denen die Erzählung die Figur Raskolʹnikov mitsamt ihrer fiktiven Psyche einer näheren Bestimmung zuführt. Die vorliegende Interpretation hat bereits ergeben, dass eine Vaterlosigkeit in jenem soziohistorischen Sinne, der die psychohistorischen Gründe für Entstehung des autoritären Charakters berücksichtigt, sowohl Raskolʹnikov prägt als auch durch die Marmeladovs mustergültig vorgestellt wird (v. a. Kapitel „Raskolʹnikovs Vaterlosigkeit“, „Die Vaterlosigkeit der Marmeladov-Familie“). Unter den Anteilen, die verschiedene Figuren an der Darstellung des autoritären Charakters haben, ist es die grundlegende Problematik des autoritären Syndroms, welches die genannten drei Figuren der Marmeladov-Familie vorwegnehmen (s. o. Kapitel „Das autoritäre Syndrom“). Die Funktion der drei Figuren besteht darin, die spezifische psychische Reaktionen dessen, was später auf den Begriff des autoritären Charakters gebracht worden ist, deutlich zu zeigen. Es ist die psychische Reaktion auf die „objektive Situation“ (Gerigk 1991, 28), die so deutlich erscheint, dass der Leser im Laufe der Rezeption ähnliche Vorgänge der fiktiven Psyche des Helden zumessen kann, obgleich er sie hier in einem teils subtileren, teils durch Konflikte gebrochenen Sinne zu verstehen hat.