Sehet, wir gehen hinauf
摘要
Fast am entgegengesetzten Ende von Bachs Kantatenschaffen steht die Komposition, die das Werkverzeichnis Schmieders unter der Nummer 159 verzeichnet hat. Die Kantate ist für den Sonntag Estomihi bestimmt, den letzten der Vorfastenzeit, und blickt voraus auf den Passionsweg, der Jesus „hinauf gen Jerusalem“ führen wird. Entstanden ist sie im Jahr 1729 und damit nach heutiger Kenntnis das späteste Werk, in dem Bach sich mit der Passionsthematik beschäftigt. Als Textautor ist Johann Friedrich Henrici verbürgt, der indes seine eigene Dichtung mit Texten von gleich drei anderen Autoren versetzt. Den Eingangssatz entwickelt er anhand des 31. Verses aus dem 18. Kapitel des Lukasevangeliums zu einem leidenschaftlichen Disput, in dem ein fiktiver Gesprächspartner, der über das Bevorstehende informiert zu sein scheint, einem durch die gewählte Verkürzung des Evangelumsausschnitts gleichsam nur ein Ausflugsvorhaben ankündigenden Jesus wiederholt in die Parade fährt. Seine Dichtung der darauf folgenden Arie konzipiert Henrici als Tropierung der sechsten Strophe von Paul Gerhardts Passionslied „O Haupt voll Blut und Wunden“, während er für den Schlußchoral auf die dreiunddrei-ßigste und letzte Strophe des Liedes „Jesu Leiden, Pein und Tod“ von Ulrich Stockmann zurückgreift.