Meinen und Wissen in Platons ‚Politeia‘
摘要
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, in welchem Zusammenhang die Unterscheidung von Meinen und Wissen, die Idee des Guten und die Platonische Ideenlehre stehen. Die Erkenntnis der Idee des Guten erklärt Platon in seiner Politeia als höchstes Lebensziel des Menschen. Diese Vorstellung entfaltet er im Zusammenhang mit dem Bildungsziel des Philosophenherrschers, der zu dieser Erkenntnis aber nur vordringen kann, wenn er wahres Wissen von bloßem Meinen unterscheiden lernt. Um sein eigentliches Lebensziel zu erreichen, muss er daher eine Entwicklung durchlaufen, die ihn vom Scheinwissen über das bewusste Nichtwissen zur Weisheit führt. Diese Weisheit setzt Platon mit der Erkenntnis des Guten gleich. Anhand der einschlägigen Kapitel der Politeia versuche ich nachzuzeichnen, wie sich Platon diese Entwicklungsstufen vorstellt und welche Pflichten sich daraus für denjenigen ergeben, der den genannten Gipfelpunkt des menschlichen Daseins erreicht hat.