Einführung
摘要
Angesichts der wachsenden Bedeutung von inter- und transdisziplinären Initiativen im Bereich der universitären Forschung und Lehre verwundert es nicht, dass Teile der französischen Sozialwissenschaften darin bereits die ersten Anzeichen eines „Übergangs zu einem post-disziplinären Zeitalter“ zu erkennen vermögen (vgl. dazu Endrizzi, 2017: 2; Heilbron/Gingras, 2015; Fabiani, 2013). Auch der deutsche Wissenschaftsrat (2020) hebt zwar in seinem Positionspapier zur Frage der (Inter)disziplinarität die Bedeutung der einzelnen Fachrichtungen für die Forschung und Lehre von Spezialwissen hervor, macht aber auch deutlich, dass „komplexe wissenschaftliche Fragestellungen und gesellschaftliche Problemstellungen (…) vielfach nur im Zusammenwirken auch nicht benachbarter Disziplinen zu bearbeiten (sind)“ (ebd.: 64). Da sich jede Form der Wissensproduktion und -vermittlung nicht nur in spezifischen sozialen und institutionellen Kontexten vollzieht, sondern sich auch durch ihre jeweils eigenen Gegenstände, Sprachen und methodischen Zugänge auszeichnet (vgl. Besnier/Perriault 2013), kann ein inter- oder gar transdisziplinärer Austausch nur dann für alle Beteiligten fruchtbar sein, wenn er – zumindest teilweise – auf einem gemeinsamen begrifflichen und methodischen Fundament basiert.