In einem ihrer zu Recht berühmten „Streiflichter“ – Seite eins, links oben – brachte eine der größten deutschen Tageszeitungen, die „Süddeutsche Zeitung“, München, vor wenigen Wochen einige Anmerkungen zu der soeben erfolgten Ausreise aus der UdSSR der Familie des Schriftstellers Alexander Solschenizyn („Archipel Gulag“ u. a.). In den Anmerkungen hieß es unter anderem, dass Solschenizyns Frau zwanzig vollgepackte Koffer, außerdem Dokumentationsmaterial, Manuskripte u. Ä. m. ihres Mannes anstandslos mit in den Westen habe bringen dürfen. Abschließend wurde dann festgestellt: dass also gewissermaßen „die Preußen nicht so scharf schießen“ – was in diesem Fall heißt: so böse sind die Sowjets also mitnichten, sie haben sich geändert (gebessert), sie sind duldsamer, großzügiger geworden, denn anders, so die Schlussfolgerung des „Streiflicht“-Autors, seien die zwanzig Koffer usw. nicht erklärbar. Auch ein Solschenizyn kann irren, heißt es schließlich sinngemäß.

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Die Prominenten- und die Anonymen-Fälle

  • Hans Bergel

摘要

In einem ihrer zu Recht berühmten „Streiflichter“ – Seite eins, links oben – brachte eine der größten deutschen Tageszeitungen, die „Süddeutsche Zeitung“, München, vor wenigen Wochen einige Anmerkungen zu der soeben erfolgten Ausreise aus der UdSSR der Familie des Schriftstellers Alexander Solschenizyn („Archipel Gulag“ u. a.). In den Anmerkungen hieß es unter anderem, dass Solschenizyns Frau zwanzig vollgepackte Koffer, außerdem Dokumentationsmaterial, Manuskripte u. Ä. m. ihres Mannes anstandslos mit in den Westen habe bringen dürfen. Abschließend wurde dann festgestellt: dass also gewissermaßen „die Preußen nicht so scharf schießen“ – was in diesem Fall heißt: so böse sind die Sowjets also mitnichten, sie haben sich geändert (gebessert), sie sind duldsamer, großzügiger geworden, denn anders, so die Schlussfolgerung des „Streiflicht“-Autors, seien die zwanzig Koffer usw. nicht erklärbar. Auch ein Solschenizyn kann irren, heißt es schließlich sinngemäß.