Das verlorene Kind bildet den Kern des Schreibens von Camille Laurens. In seinen verschiedenen Erscheinungsformen – als toter Sohn, als verschwundene Schwester oder als das Kind, das die Autorin selbst gewesen ist – steht es für den Ursprung der Sprache im Verlust. Die Figur des Kindes trägt den Schmerz, den das Gedächtnis nicht zu fassen vermag, und wird zugleich zum Ort einer möglichen Wiederkehr. Das literarische Schreiben nimmt hier die Funktion einer inneren Bewegung an: Es verwandelt Trauer in Sprache, ohne sie zu beruhigen, und bewahrt die Erfahrung des Mangels als Bedingung der Erinnerung.

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Das verlorene Kind

  • Jutta Fortin

摘要

Das verlorene Kind bildet den Kern des Schreibens von Camille Laurens. In seinen verschiedenen Erscheinungsformen – als toter Sohn, als verschwundene Schwester oder als das Kind, das die Autorin selbst gewesen ist – steht es für den Ursprung der Sprache im Verlust. Die Figur des Kindes trägt den Schmerz, den das Gedächtnis nicht zu fassen vermag, und wird zugleich zum Ort einer möglichen Wiederkehr. Das literarische Schreiben nimmt hier die Funktion einer inneren Bewegung an: Es verwandelt Trauer in Sprache, ohne sie zu beruhigen, und bewahrt die Erfahrung des Mangels als Bedingung der Erinnerung.