Der Schrei steht am Anfang jeder Sprache. Er ist der erste Laut, der den Körper durchbricht, bevor Bedeutung, Syntax oder Bewusstsein entstehen. In den literarischen Texten von Camille Laurens bildet dieser Ursprungston den Hintergrund einer Poetik, die das Verhältnis von Leben, Verlust und Sprache neu denkt. Der Schrei erscheint hier als Grenze – zwischen Atem und Wort, zwischen Körper und Schrift, zwischen Leben und Tod. Er ist zugleich Ausdruck eines Mangels und Zeichen der Lebendigkeit, ein Laut, der nicht verklungen ist, sondern sich in der Schrift fortsetzt.

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Der Schrei und das Verstummen

  • Jutta Fortin

摘要

Der Schrei steht am Anfang jeder Sprache. Er ist der erste Laut, der den Körper durchbricht, bevor Bedeutung, Syntax oder Bewusstsein entstehen. In den literarischen Texten von Camille Laurens bildet dieser Ursprungston den Hintergrund einer Poetik, die das Verhältnis von Leben, Verlust und Sprache neu denkt. Der Schrei erscheint hier als Grenze – zwischen Atem und Wort, zwischen Körper und Schrift, zwischen Leben und Tod. Er ist zugleich Ausdruck eines Mangels und Zeichen der Lebendigkeit, ein Laut, der nicht verklungen ist, sondern sich in der Schrift fortsetzt.