In der französischen und italienischen Literatur der letzten Jahrzehnte lässt sich eine markante Wiederkehr des Verlorenen beobachten. Dieses insistierende Sprechen der Abwesenheit betrifft nicht nur Figuren und Themen, sondern prägt auch die formale und stilistische Struktur der Texte. Die untersuchten Werke – vorwiegend, wenngleich nicht ausschließlich, Romane, Erzählungen sowie essayistische und autobiografische Kurzformen – zeigen, dass das literarische Erzählen ein eigenes Gedächtnis ausgebildet hat, das die Lücken, Risse und Unstimmigkeiten menschlicher Erfahrung fortschreibt. Das Phantomatische bezeichnet in diesem Zusammenhang eine Schreibweise, in der das Verdrängte weniger im thematischen Gehalt als in der Form und Materialität des Textes sichtbar wird: Das Unverarbeitete manifestiert sich als Bewegung zwischen Wissen und Nichtwissen, zwischen Erinnerung und Verdrängung, durch welche die Literatur das Unsagbare nicht benennt, sondern erfahrbar macht.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Schluss

  • Jutta Fortin

摘要

In der französischen und italienischen Literatur der letzten Jahrzehnte lässt sich eine markante Wiederkehr des Verlorenen beobachten. Dieses insistierende Sprechen der Abwesenheit betrifft nicht nur Figuren und Themen, sondern prägt auch die formale und stilistische Struktur der Texte. Die untersuchten Werke – vorwiegend, wenngleich nicht ausschließlich, Romane, Erzählungen sowie essayistische und autobiografische Kurzformen – zeigen, dass das literarische Erzählen ein eigenes Gedächtnis ausgebildet hat, das die Lücken, Risse und Unstimmigkeiten menschlicher Erfahrung fortschreibt. Das Phantomatische bezeichnet in diesem Zusammenhang eine Schreibweise, in der das Verdrängte weniger im thematischen Gehalt als in der Form und Materialität des Textes sichtbar wird: Das Unverarbeitete manifestiert sich als Bewegung zwischen Wissen und Nichtwissen, zwischen Erinnerung und Verdrängung, durch welche die Literatur das Unsagbare nicht benennt, sondern erfahrbar macht.