Nördlicher Sommer: Finnland
摘要
Die Schifffahrt von Stockholm nach Helsingfors dauert ungefähr achtzehn Stunden. In Helsingfors erwarteten uns Freunde. Der erste Platz der finnischen Hauptstadt, über den wir fuhren, wirkte ganz wie das repräsentative Zentrum eines russischen Provinzortes. Eine feierlich weiße Öde, gekrönt vom Kuppelbau einer Kirche. Es ist nicht mehr griechisch-katholisch, dies Gotteshaus, aber sein Baustil ändert sich nicht mit dem veränderten Ritus. Das Hotel, in dem wir dann zu Abend aßen – Hotel Kämp – erinnerte mich ganz an die Überbleibsel einer vorrevolutionären Zivilisation, wie man sie in Moskau noch antrifft; etwa das Grandhotel, wo in der Sowjet-Kapitale die Fremden wohnen, mit seinen Palmwedeln, seinem humorvoll gravitätischen Portier aus vergangenen Tagen. Mein ganzes Entzücken wurde ein stattliches Wandgemälde im Hotel Kämp – nachher stellte sich heraus, daß es gewebt war, ein Gobelin –: darstellend zechende und schmausende Herrschaften der achtziger Jahre, mit all dem geträuften Schnurrbart und wogendem Busenausschnitt, wie es heute unseren ironischen Schönheitssinn so merkwürdig kitzelt.