Der Beitrag argumentiert, dass vielen literarischen Medien, die Armut und Klassismus zum Thema machen, ein spezifischer ‚Blick der Mitte‘ eingeschrieben ist, der selbst klassistische Stereotype reproduziert. Dies wird anhand von Caroline Wahls Erfolgsroman 22 Bahnen gezeigt. Wenn Klassismusreflexivität ein Ziel eines diversitätsorientierten und inklusiven Literaturunterrichts sein soll, stellt sich die Frage, wie solchen Kulturprodukten zu begegnen ist. Die Antwort dieses Beitrags liegt einerseits im verstärkten Einbezug struktureller Kontexte, die das literarische System selbst, also seine Akteur:innen sowie Produktions- und Rezeptionsbedingungen betreffen, andererseits in spezifischen Lektürestrategien, die dialektische Lesarten nahelegen.

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Klassismusreflexivität im Literaturunterricht

  • Lucas Alt

摘要

Der Beitrag argumentiert, dass vielen literarischen Medien, die Armut und Klassismus zum Thema machen, ein spezifischer ‚Blick der Mitte‘ eingeschrieben ist, der selbst klassistische Stereotype reproduziert. Dies wird anhand von Caroline Wahls Erfolgsroman 22 Bahnen gezeigt. Wenn Klassismusreflexivität ein Ziel eines diversitätsorientierten und inklusiven Literaturunterrichts sein soll, stellt sich die Frage, wie solchen Kulturprodukten zu begegnen ist. Die Antwort dieses Beitrags liegt einerseits im verstärkten Einbezug struktureller Kontexte, die das literarische System selbst, also seine Akteur:innen sowie Produktions- und Rezeptionsbedingungen betreffen, andererseits in spezifischen Lektürestrategien, die dialektische Lesarten nahelegen.